Sonntags-Gedanken

Eine Ode an die Freude

Das öffentliche Leben kehrt in Straßen, Restaurants, Wege und Plätze zurück. Das Kollektiv war in den letzten Wochen starken Emotionen in alle Richtungen ausgesetzt – ausgelöst durch Angst vor Ansteckung, Abstandsregeln, Maskenpflicht, Impfpflicht, Infragestellung der Maßnahmen und vielem mehr. Teilweise brachen durch kontroverse Diskussionen Freundschaften und Familien auseinander. Die Nerven lagen blank. Wut, Aggression und Hilflosigkeit sind spürbar.

Ich möchte keine Diskussion über die Sinnhaftigkeit von all dem führen. Mir stellt sich lediglich die Frage, was ich aus dem Erlebten machen will und wohin ich meine Aufmerksamkeit richten will.

 

Selbstbefragung

Vielleicht klingen die Fragen für dich egoistisch. Ich möchte sie dennoch gerne mit dir teilen, weil sie mir in den letzten Wochen geholfen haben, immer wieder zu mir selbst zurückzufinden:

Was stärkt mich? Was schwächt mich?

Was kann ich tun, um meine geistige und körperliche Gesundheit zu fördern?

Habe ich genügend Wissen, um mir eine umfassende Meinung zu bilden?

Muss ich meine Meinung mit der Welt teilen und mich Angriffen aussetzen?  

Reicht es aus, meine Meinung/Einstellung zu aktuellen Themen für mich klar zu haben? 

Welche Menschen stärken mich und tun mir gut?

Was tue ich gerne? Was bereitet mir Freude?

 

Mich einfach besser fühlen

Mehr denn je erkenne ich, dass es nicht die Umstände sind, die mein Leben ausmachen. Ich entscheide, wie ich mit den Umständen umgehe. Ich gestalte. Wie ich gestalte, habe ich selbst in der Hand durch Ausrichtung meiner Gedanken, Gefühle, inneren Bilder und Handlungen. Indem ich bewusst entscheide, worauf ich meine Aufmerksamkeit lege, lenke ich die Gestaltung meiner Realität.

Mich besser fühlen, wahrnehmen, was jetzt gerade wichtig ist, selbstbestimmt handeln, das sind wichtige Grundlagen in meinem Leben. Diese Ausrichtung suche ich nicht nur für mich, sondern auch für die Menschen, die in meine Praxis kommen.

Um mich besser zu fühlen, ist es wichtig, bei mir zu bleiben, meine Mitte zu finden und zu stabilisieren. Das gelingt am besten, indem ich mich auf Dinge konzentriere, die mir Freude bereiten und bei denen ich mich wohl fühle.

 

Ich entscheide mich für Freude

Freude ist eine Kraft, die stärkend wirkt und das Bewusstsein weit werden lässt. Wo Freude ist, ist weniger Frust. Mit Freude meine ich weniger eine kurzfristige, plötzliche Freude über ein bestimmtes Ereignis. Vielmehr meine ich damit eine Daseinsfreude, ein Mitfühlen und eine Herzöffnung für meine Umwelt, sei es Mensch, Tier oder Natur.

Die Studien von David R. Hawkins belegen, dass tief erlebte Freude uns die Fähigkeit von enormer Geduld und Ausdauer verleiht – gerade angesichts langwieriger Widrigkeiten im Leben.

Ein Kennzeichen für den Zustand der Freude ist Mitgefühl, Mitfreude und Ausgeglichenheit. Nicht umsonst ist deshalb in fernöstlichen Religionen Freude eine Lebensweise und Grundlage für Achtsamkeit.

Eng verbunden mit der Freude ist das Eintauchen in die Stille und Meditation und Ich-Zeit erleben. Da in meiner Praxis aufgrund der Verordnungen weniger los war, war mehr Zeit für mich und meine Hobbies. Ohne äußere Ablenkungen ist es einfacher, das eigene Selbst wahrzunehmen. In die Stille zu gehen und zu meditieren. Ich bin der festen Überzeugung, dass meine innere Ruhe den Menschen gut tun wird, die zu mir kommen.

Zudem verbrachte ich viel Zeit im Freien, zum Beispiel beim Laufen. Meine persönliche Challenge, meinen ersten offiziellen Lauf, den „ossiloop anners“ mitzumachen, habe ich durchgezogen und ganz nebenbei mein Immunsystem und meine körperliche Fitness gestärkt. Lese gerne dazu meinem Artikel: Seelisch und körperlich gesund durch Laufen. 

 

40 Tage Freude tanken

Um das Kollektiv mit Freude aufzutanken, ist in Co-Creation die Aktion #40TageFreude entstanden. Wir möchten unsere gemeinsame Aufmerksamkeit bewusst 40 Tage mit kleinen Impulsen auf Freude lenken. Es geht uns dabei nicht darum, etwas anderes „wegwischen“ oder überdecken zu wollen. Vielmehr möchten wir einladen, jeden Tag eine bewusste Entscheidung zu treffen, sich auf Dinge zu fokussieren, die persönlich Freude machen.

Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass es Übereinstimmungen gibt, was Freude in uns auslöst: Gute Beziehungen, Freunde treffen, Sport jeder Art, Natur, Tiere, Vogelgezwitscher, Jungtiere, Wasser, Wald, Wind, Sonne, reisen, Musik, Singen, Stille, Meditation, tanzen, lernen, lehren, essen, nichts tun, kreativ sein, Freude teilen – übrigens alles Dinge, die uns kostenlos zur Verfügung stehen!


Lass dich von dieser Aufzählung anregen und stelle dir selbst folgende Fragen: 

Was macht mir Freude?
Wobei empfinde ich eine tiefe Zufriedenheit?
Wann vergesse ich die Zeit?

Wenn du Lust bekommen hast, deinen Fokus wieder neu zu justieren, komme gerne in unsere Facebook-Gruppe feel  ~ fühl dich ganz und lasse dich von den täglichen Impulsen inspirieren.

Wir freuen uns auf den gemeinsamen Austausch. Je größer das Feld der Freude, desto mehr Ausstrahlung wird sie auf das Kollektiv haben!

Als kleine Kostprobe findest du hier mein Video zur Freude: 

Ich wünsche dir, dass du dir (wieder) bewusst Freude in dein Leben holen kannst.

Von Herzen, Claudia

Auszüge aus der Ode an die Freude (Friedrich Schiller)

Freude über den göttlichen Funken in uns:

Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elisium,
Wir betreten feuertrunken Himmlische, dein Heiligthum.
Deine Zauber binden wieder, was der Mode Schwerd getheilt;
Bettler werden Fürstenbrüder, wo dein sanfter Flügel weilt.

 

Freude über Freundschaft und Liebe:

Wem der große Wurf gelungen, eines Freundes Freund zu seyn;
wer ein holdes Weib errungen, mische seinen Jubel ein!
Ja – wer auch nur eine Seele sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer’s nie gekonnt, der stehle weinend sich aus diesem Bund!

Freude über die Natur:

Freude trinken alle Wesen an den Brüsten der Natur,
Alle Guten, alle Bösen folgen ihrer Rosenspur.
Freude heißt die starke Feder in der ewigen Natur.
Freude, Freude treibt die Räder in der großen Weltenuhr.
Blumen lockt sie aus den Keimen, Sonnen aus dem Firmament,
Sphären rollt sie in den Räumen,die des Sehers Rohr nicht kennt!

Freude vereint uns Menschen:

Göttern kann man nicht vergelten, schön ists ihnen gleich zu seyn.
Gram und Armut soll sich melden mit den Frohen sich erfreun.
Groll und Rache sei vergessen, unserm Todfeind sei verziehn.
Keine Thräne soll ihn pressen, keine Reue nage ihn.

Hier findest du weitere Besser.Fühlen.Botschaften