Alles Gute zum 107. Geburtstag, lieber Andreas!

wie gerne denke ich an dich – immer noch. Auch wenn du uns letztes Jahr im Januar verlassen hast. Du bist immer noch hier. Dein Bild steht in meinem Arbeitszimmer. Oft unterhalte ich mich mit dir. Diese Gespräche tun mir gut, denn sie sind voller Sanftmut, Zuversicht und Güte.  Jetzt begleitest du mich als wahrer Engel, der du für mich schon warst, als du noch gelebt hast.

Im letzten Jahr habe ich dir diesen Blogartikel gewidmet – ich lese ihn immer wieder, so bleibst du für mich lebendig. Damals hatte ich großes Herzklopfen, als ich ihn veröffentlicht habe. Ich habe unseren innigen Moment mit der Welt geteilt. Das hat mich Überwindung gekostet. Dieses Jahr erinnere ich mich voller Freude an dich, dein Wesen und an unsere Verbindung und teile sie wieder mit der Welt. Ohne Angst.

Ich weiß jetzt: so wie du mich berührt hast, kannst du auch heute noch andere berühren. Aus jeder Ebene des Seins.

Ich danke dir, dass du mein Leben bereichert hast!

In Liebe, Claudia PS: Der folgende Text ist aus dem Jahr 2017, den ich so übernommen habe:

Das gute Erbe der Ahnen ehren

Heute wäre der 106. Geburtstag meines geschätzten Großonkels Andreas, der am 10. Januar die Erde verlassen hat. Ihm zu Ehren widme ich heute diesen Beitrag.

Er war -nicht nur- mir ein großes Vorbild. Eines der intensiven Gespräche mit ihm hat mich vor 15 Jahren zum Vegetarier gemacht (er selbst war es seit 1946 – also ein wahrer Pionier der Szene!)

Für mich verkörperte er viele positive Werte wie bewusstes Handeln, Gleichmut und Positivismus und war damit ein lebendes Vorbild. Geistige Schulung hatte für ihn hohe Priorität. So gehörte die morgendliche Meditation über 70 Jahre zu seiner Tagesordnung und das bis ins hohe Alter. Ich bin sehr glücklich, dass ich einige seiner Bücher zum Studium des Inneren Seins geerbt habe.

War er auch ein Dichter und Denker, so schuf er doch nur im Verborgenen. Sein sehnlichster Wunsch war es, dass eine Öffentlichkeit von seinen Gedichten – und auch von seinem Denken – erfährt. Leider wurde dieser Traum zu seinen Lebzeiten nicht wahr.

Doch heute ist ein sehr guter Tag, ihm diesen Wunsch zu erfüllen und drei seiner Gedichte zu veröffentlichen. Und ich hoffe, sie gefallen dir.

 

Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

Was in der nahen Vergangenheit war,
erkennen wir wohl überwiegend klar.

Was aber schon die nahe Zukunft bringt,
sich offensichtlich unserem klaren Blick entringt.

Doch schärft das Gegenwärtige stets unsern wachen Blick,
es fordert: vorwärts gehen, nie zurück!

 

Das Haus

Das Haus, das ich bewohne,
-ich ziehe einstens aus ihm aus-
beherbergt einen lichten Quell,
der mir erleuchtet dies mein Haus.

Als Wärme, Licht und Wonnegefühl,
durchfließt er mir Gemüt und Sinn.
Ich freu mich daran inniglich,
dass er mir lebt und dass ich bin,
dass er mir lebt als der ICH BIN.

 

Ein Herz

Ein Herz, das tief erfüllt ist von der Liebe zu den Seinen
ist hier auf Erden nie allein.

Denn jede Liebe lässt nur wieder Liebe keimen
und fließt in anderer Menschen Herzen ein.

Dort webt sie, mit kundiger und freundschaftlicher Hand,
an einem zarten, wohlmeinenden Liebesband.

Und dieses Band geleitet uns auf allen unseren Lebenswegen.
Es ist -wo immer wir auch sind- in uns zugegen.

Ob wir nun nah, ob wir einander fern.
Es ist für uns ein Leitweg, ist unser guter Stern.

 

Alphabet an Eigenschaften

Und hier, lieber Andreas, widme ich dir ein ganzes Alphabet an Eigenschaften, die mir zu dir eingefallen sind:

Außergewöhnlich: Mit 93 Jahren hast du dir von mir eine Innenweltreise in die Vergangenheit -zu deiner Geburt- gewünscht und hast so in deinem hohen Alter noch einmal ganz bewusst das Licht der Welt erblickt.

Betend: Das Gebet war dir heilig – und du hast eine eigene Art von innerlicher Fürsprache entwickelt.

Charismatisch: Jeder hat dich geliebt und du warst bei allen beliebt, denn du hattest für jeden ein gutes Wort.

Dankbar: Du konntest für alles, was in deinem Leben passiert ist, dankbar sein.

Eifrig: hast du vor allem gelernt.

Fleischlos warst du seit 1946 – und das aus innerer Überzeugung. Damit warst du Pionier und Alltagsheld.

Gleichmütigkeit war eine deiner wichtigsten Tugenden, die du täglich trainiert hast.

Heimatvertrieben: durch den 2. Weltkrieg musstest du mit deiner Familie die Heimat verlassen. Das hat dich nachhaltig geprägt. Doch wenn dieses Erlebnis furchtbar war, so warst du doch im Frieden damit.

Innerliches Wachstum war dir besonders wichtig.

Ja zum Leben konntest du uneingeschränkt sagen.

Kriegs-gebeutelt: 2 Weltkriege hast du erlebt und überlebt. Was das mit Menschen macht, ist für uns Kinder der Nachkriegsgeneration nicht nachvollziehbar. Und immer noch wirken diese schrecklichen Erlebnisse in den Nachfolge-Generationen weiter. Möge die Aufstellungsarbeit dazu dienen, Achtung, Wertschätzung und Heilung zu bringen.

Lebenslanges Lernen war dir ein Bedürfnis.

Mutig und doch ruhig hast du deine inneren Überzeugungen gelebt.

Natur verbunden: Ob Schmetterlinge, Gräser, Regenbogen – alle hast du in deine Reime einbezogen.

Orientiert warst du am inneren Sein – nicht an den Äußerlichkeiten dieser Welt.

Positiv hast du das Leben betrachtet.

Quelle -das innere Leuchten- hast du schon in jungen Jahren gefunden. Und dieses Erlebnis hat dich seit Lebens geprägt.

Repräsentant für inneres Wachstum.

Stille war dir vertraut.

Tägliche Praxis  war dir wichtig.

Urvertrauen hast du wiedergefunden.

Verbunden mit allem.

Wachheit, Worte, Weisheit, Wirklichkeit, Wahrheit – das sind fünf W – die mir zu deinem Wirken einfallen.

X&Y bleiben ungelöst 😉

Zäh: na, wer 106 Jahre lebt – der ist ein zäher Knochen! Du bist und bleibst mein Vorbild. Danke, dass ich dich kennen durfte! In Liebe, deine Großnichte Claudia