Besserfuehlenbotschaften November Claudia Goetz
Besserfühlen-Botschaften im November
2. November 2018
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Ahnen Ehren

Die Ahnen ehren

Die Ahnen ehren ist ein wichtiges Ritual in der Aufstellungsarbeit

Alles Gute zum 107. Geburtstag, lieber Andreas!

wie gerne denke ich an dich – immer noch. Auch wenn du uns letztes Jahr im Januar verlassen hast. Du bist immer noch hier. Dein Bild steht in meinem Arbeitszimmer. Oft unterhalte ich mich mit dir. Diese Gespräche tun mir gut, denn sie sind voller Sanftmut, Zuversicht und Güte.  Jetzt begleitest du mich als wahrer Engel, der du für mich schon warst, als du noch gelebt hast.

Im letzten Jahr habe ich dir diesen Blogartikel gewidmet – ich lese ihn immer wieder, so bleibst du für mich lebendig. Damals hatte ich großes Herzklopfen, als ich ihn veröffentlicht habe. Ich habe unseren innigen Moment mit der Welt geteilt. Das hat mich Überwindung gekostet. Dieses Jahr erinnere ich mich voller Freude an dich, dein Wesen und an unsere Verbindung und teile sie wieder mit der Welt. Ohne Angst.

Ich weiß jetzt: so wie du mich berührt hast, kannst du auch heute noch andere berühren. Aus jeder Ebene des Seins.

Ich danke dir, dass du mein Leben bereichert hast!

In Liebe, Claudia

PS: Der folgende Text ist aus dem Jahr 2017, den ich so übernommen habe:

Das gute Erbe der Ahnen ehren

Heute wäre der 106. Geburtstag meines geschätzten Großonkels Andreas, der am 10. Januar die Erde verlassen hat. Ihm zu Ehren widme ich heute diesen Beitrag.

Er war -nicht nur- mir ein großes Vorbild. Eines der intensiven Gespräche mit ihm hat mich vor 15 Jahren zum Vegetarier gemacht (er selbst war es seit 1946 – also ein wahrer Pionier der Szene!)

Für mich verkörperte er viele positive Werte wie bewusstes Handeln, Gleichmut und Positivismus und war damit ein lebendes Vorbild. Geistige Schulung hatte für ihn hohe Priorität. So gehörte die morgendliche Meditation über 70 Jahre zu seiner Tagesordnung und das bis ins hohe Alter. Ich bin sehr glücklich, dass ich einige seiner Bücher zum Studium des Inneren Seins geerbt habe.

War er auch ein Dichter und Denker, so schuf er doch nur im Verborgenen. Sein sehnlichster Wunsch war es, dass eine Öffentlichkeit von seinen Gedichten – und auch von seinem Denken – erfährt. Leider wurde dieser Traum zu seinen Lebzeiten nicht wahr.

Doch heute ist ein sehr guter Tag, ihm diesen Wunsch zu erfüllen und drei seiner Gedichte zu veröffentlichen. Und ich hoffe, sie gefallen dir.

Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

Was in der nahen Vergangenheit war,
erkennen wir wohl überwiegend klar.

Was aber schon die nahe Zukunft bringt,
sich offensichtlich unserem klaren Blick entringt.

Doch schärft das Gegenwärtige stets unsern wachen Blick,
es fordert: vorwärts gehen, nie zurück!

Das Haus

Das Haus, das ich bewohne,
-ich ziehe einstens aus ihm aus-
beherbergt einen lichten Quell,
der mir erleuchtet dies mein Haus.

Als Wärme, Licht und Wonnegefühl,
durchfließt er mir Gemüt und Sinn.
Ich freu mich daran inniglich,
dass er mir lebt und dass ich bin,
dass er mir lebt als der ICH BIN.

Ein Herz

Ein Herz, das tief erfüllt ist von der Liebe zu den Seinen
ist hier auf Erden nie allein.

Denn jede Liebe lässt nur wieder Liebe keimen
und fließt in anderer Menschen Herzen ein.

Dort webt sie, mit kundiger und freundschaftlicher Hand,
an einem zarten, wohlmeinenden Liebesband.

Und dieses Band geleitet uns auf allen unseren Lebenswegen.
Es ist -wo immer wir auch sind- in uns zugegen.

Ob wir nun nah,
ob wir einander fern.

Es ist für uns ein Leitweg,
ist unser guter Stern.

Alphabet an Eigenschaften

Und hier, lieber Andreas, widme ich dir ein ganzes Alphabet an Eigenschaften, die mir zu dir eingefallen sind:

Außergewöhnlich: Mit 93 Jahren hast du dir von mir eine Innenweltreise in die Vergangenheit -zu deiner Geburt- gewünscht und hast so in deinem hohen Alter noch einmal ganz bewusst das Licht der Welt erblickt.

Betend: Das Gebet war dir heilig – und du hast eine eigene Art von innerlicher Fürsprache entwickelt.

Charismatisch: Jeder hat dich geliebt und du warst bei allen beliebt, denn du hattest für jeden ein gutes Wort.

Dankbar: Du konntest für alles, was in deinem Leben passiert ist, dankbar sein.

Eifrig: hast du vor allem gelernt.

Fleischlos warst du seit 1946 – und das aus innerer Überzeugung. Damit warst du Pionier und Alltagsheld.

Gleichmütigkeit war eine deiner wichtigsten Tugenden, die du täglich trainiert hast.

Heimatvertrieben: durch den 2. Weltkrieg musstest du mit deiner Familie die Heimat verlassen. Das hat dich nachhaltig geprägt. Doch wenn dieses Erlebnis furchtbar war, so warst du doch im Frieden damit.

Innerliches Wachstum war dir besonders wichtig.

Ja zum Leben konntest du uneingeschränkt sagen.

Kriegs-gebeutelt: 2 Weltkriege hast du erlebt und überlebt. Was das mit Menschen macht, ist für uns Kinder der Nachkriegsgeneration nicht nachvollziehbar. Und immer noch wirken diese schrecklichen Erlebnisse in den Nachfolge-Generationen weiter. Möge die Aufstellungsarbeit dazu dienen, Achtung, Wertschätzung und Heilung zu bringen.

Lebenslanges Lernen war dir ein Bedürfnis.

Mutig und doch ruhig hast du deine inneren Überzeugungen gelebt.

Natur verbunden: Ob Schmetterlinge, Gräser, Regenbogen – alle hast du in deine Reime einbezogen.

Orientiert warst du am inneren Sein – nicht an den Äußerlichkeiten dieser Welt.

Positiv hast du das Leben betrachtet.

Quelle -das innere Leuchten- hast du schon in jungen Jahren gefunden. Und dieses Erlebnis hat dich seit Lebens geprägt.

Repräsentant für inneres Wachstum.

Stille war dir vertraut.

Tägliche Praxis  war dir wichtig.

Urvertrauen hast du wiedergefunden.

Verbunden mit allem.

Wachheit, Worte, Weisheit, Wirklichkeit, Wahrheit – das sind fünf W – die mir zu deinem Wirken einfallen.

X&Y bleiben ungelöst 😉

Zäh: na, wer 106 Jahre lebt – der ist ein zäher Knochen! Du bist und bleibst mein Vorbild. Danke, dass ich dich kennen durfte!

In Liebe,
deine Großnichte Claudia

Andreas Lang

7 Kommentare

  1. *berührt*

    Danke dafür, dass du mich an so einem innigen Moment teilhaben hast lassen. Ich habe das Gefühl, als wäre er hier. Und ich finde Ahn*innen ehren so wichtig! Dein Beitrag ist ein schönes Beispiel dafür.

    Herzensgruß
    Sabine

    • Claudia sagt:

      Liebe Sabine, er ist hier – ich bin mir sicher. Er hat mich gestern wieder aus dem Bett geholt, bis der letzte Satz des Artikels geschrieben war. Die ganze Nacht über hat mich sein Wesen durchströmt. Und endlich fließen meine Tränen. An seinem Tod konnte ich nicht weinen, weil ich mich für ihn gefreut habe, dass er sein Lebenswerk vollendet hat. Heute trauere ich um ihn, weil er mir so ein wichtiger Weggenosse war. Und das ist gut so. Ich entspanne gerade in meine fließenden Tränen hinein. Von Herzen Danke für dein Mitfühlen. Claudia

  2. Roland Nolte sagt:

    Lieber Andreas
    dein Leben war lang und es ging stets nach vorn
    Nun erinnern wir uns, bist im November geborn.
    die Vergangenheit war und es heißt es begab sich, dass
    du führtest ein besonderes Leben in Leid und in Spaß.

    auf der langen Straße der via Andreas Lang
    geht es weit hinunter bis zu ihrem Anfang.
    War doch am Anfang das Wort und das Wort war bei Gott
    und alle Dinge aus dem selben gemacht, das war das Gebot.

    Doch wenn auch der URSPRUNG auch für alle gleich.
    Ist das Leben vielfältig in jedem Bereich.
    Dein Weg aus Seitz deiner Heimatstadt
    war steinig und holprig, ging aber manchmal auch glatt.

    Über Kindheit und Krieg und Vertreibung hinaus
    fandest du später für dich ein neues Haus.
    in Augsburg beschäftigte dich die Religionsphilosophie
    das eigene Sein, die Einmaligkeit nicht nur eine Utopie

    doch stets im Bette der schöpfenden Kraft
    wurde die Freiheit des Menschen als Fanal geschafft.
    Vollständig unantastbar der Mensch und seine Würde
    als Ausdruck göttlicher Schöpfung in dessen Bürde.

    Die Augsburger Zeit und ihr geistiges Haus
    begleitete dich bis ins höchste Alter hinaus.
    Sie war Ursprung und Richtung deiner Schaffenskraft
    ein Handeln, das Gleichklang und Friede schafft.

    Die Worte mit Wahrheit und Schönheit verbunden
    waren dir hohes Ziel und vielfach von dir in Verse gebunden.
    Wissen und Wert in Glaube und Wort
    waren stets deine Grundlage und brachten dich fort

    bis ins höchste Alter nach Schloss Elmischwang.
    Wo das Leben mit dem Tode führte zu einem Einklang.
    Du hast viele berührt mit deinem Sein und Leben.
    Hast den Mythos geschaffen, dich als Vorbild zu nehmen.

    In Zeiten wie diesen ist es schwer, einen Sinn und Wert im Leben zu finden, der die nächsten Woche überdauert.
    Wandel wird zum Motto, das gilt leider nur für die äussere Form und den Schein, nicht aber für Inhalt und Grundlage. Diese leiden zunehmend und verkümmern.
    Dir war das Ganze nur höchstes Ziel und Leitbild im Handeln und Denken. Die Via Andreas Lang ist lang und stets Wert begangen zu werden…
    Roland Nolte.

  3. Liebe Claudia, ich bin in tiefster Seele berührt über die Ehre, die du deinem Onkel Andreas zuteil werden lässt. Du hast dir mit deinem Artikel so viel zeit für ihn genommen und ihn wirklich von A bis Z gewürdigt mit soviel Hingabe und Sorgfalt gewürdigt dass mir fast die Worte fehlen, so überwältigt bin ich . Es bringt mich auch ins Fühlen mit meiner eigenen Geschichte mit meinen Ahnen und dafür bin ich dir sehr dankbar.
    Auch das Gedicht von Roland Nolte ist ganz wunderbar. Es passt sich so geschmeidig rein in das Sein und Leben deines Ahnen.
    Von Herzen danke
    Christine

    • Claudia sagt:

      Liebe Christine,
      es erfüllt mich mit sehr großer Freude, dass ich dich mit dieser Hommage an Andreas berührt habe. Ich bin mir sicher, dass wir immer in Kontakt mit unseren Ahnen sein können, auch wenn sie sich in einer anderen Seins-Ebene befinden.
      Das Gedicht, von Andreas trifft es auf den Punkt „Ein Herz, das tief erfüllt ist von der Liebe zu den Seinen – ist hier auf Erden nie allein.“
      Selbst wenn wir uns persönlich nicht kennen, so kann ich jetzt mit Sicherheit sagen, wir können uns immer in Liebe berühren – und sind auf dieser Welt nie allein.
      In diesem Sinne feiere ich mit dir die Liebe, das Leben und das Erbe unserer Ahnen.

      Von Herzen Danke an dich, Claudia

  4. Martina sagt:

    Liebe Claudia, wie schön, dass ich diesen Artikel von dir heute finden durfte. Aus deinem Text spricht so viel Liebe und Respekt für deinen Großonkel. Dass er noch immer in deiner Nähe ist und dich auf deinem Weg begleitet, finde ich wunderbar. Herzliche Grüße Martina

    • Claudia sagt:

      Liebe Martina, gerade heute spüre ich unsere Verbindung so deutlich. Und irgendwie scheint es mir, als würde er immer noch positiv auf die Geschicke in meinem Leben einwirken. ICh hab mich heute schon gefragt, wie wir eigentlich jemals vergessen können, dass wir immer miteinander verbunden sind. Ganz herzliche Grüße an dich und DANKE für deinen liebevollen Kommentar!

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