Das Agnihotra – Feuerritual

Stärkung für Mensch und Natur

24.10.2018. Heute ist Vollmond. Ein idealer Tag, um über Rituale zu sprechen. Rituale begegnen uns in vielen Bereichen. Sei es das “Gute-Nacht-Lied” als Einschlafhilfe für Kinder, seien es religiöse Zeremonien oder das regelmäßige Meditieren am Morgen. Für mich ist ein Ritual eine bewusste (wiederkehrende) Handlung, die ich mit einer inneren würdevollen Haltung ausführe. Ziel ist es, meinen Fokus auf etwas auszurichten, das in mein Leben eintreten soll oder von dem ich mich in Würde verabschieden will. Es dient in gleichem Maße mir und dem Kollektiv. Es verbindet mich mit der Welt.

Agnihotra – Harmonie und Heilung für Mensch und Natur

Ein Ritual, das ich besonders gerne ausführe, ist das Feuerritual „Agnihotra“ aus der Homa-Therapie. Bereits in den vedischen Schriften wird von heiligen Feuern „Agnihotra“ berichtet (übersetzt heißt es: agni=Feuer, hotra=heilig). Du kannst es dir als eine Art Dankgebet vorstellen. Es erinnert an die Einheit der großen Zyklen zwischen Sonnenaufgang und –untergang und an die Einheit der Polaritäten. Mein Dank wird oft reich in Form von wunderschönen Sonnenaufgängen oder Sonnenuntergängen belohnt. Der Himmel wird manchmal so bunt, dass ich staunend dastehe und ehrfürchtig still werde.

Warum bei Sonnenauf und -untergang?

Zum Zeitpunkt von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang steht die Zeit für einen kurzen Augenblick still. Die Polarität ist aufgelöst; nur Einheit existiert und schafft eine direkte Verbindung zur Quelle. Es ähnelt unserem Atemrhythmus, also dem Punkt zwischen Ein- und Ausatmung. Der Sonnenaufgang eröffnet die Yang-Zeit des aktiven Wirkens und der erschaffenden Kraft. Die Sonnenuntergang ist der Übergang in die passive Yin-Zeit zum Eintauchen in die Stille und Kräftesammeln für neue Taten.

Was du für die Durchführung des Agnihotra benötigst

Zu Beginn meiner Agnihotra-Tätigkeit habe ich mir ein Anfänger-Set Agnihotra gegönnt. Es beinhaltete einen Feuertopf, eine Kupferzange, einen Kupferbecher für Ghee und Kuhdung. Du kannst alles auch einzeln beim Homa-Hof Heiligenberg online bestellen. Über diesen Link kannst du dir deine Utensilien zusammenstellen: Zum Shop des Homa-Hofes Heiligenberg.  Die nachfolgende Aufzählung beschreibt alle Zutaten des Rituals im Detail:

Agnihotra-Topf (Kupfergefäß mit vorgegebener Größe)

Die Kupferschale hat die Form einer Pyramide (Übersetzung: Pyr = Feuer und mid = Mitte)

Feuer ist das Bindeglied zwischen Materie und Geist. Es verwandelt Materie in Geist. Die entstehende Asche bildet die Grundlage für neues Leben (Geist wird Materie und Materie wird Geist).

Pyramide und Feuer sind zusammen ein natürlicher Ionen-Generator, das „kosmische“ Feuer wird angezogen und in der Mitte verstärkt.
Der Pyramidenstumpf ist das Symbol für die Gebärmutter – sie erzeugt Materie.

Hitzebeständige Unterlage für den Feuertopf

Da der Kupfertopf sehr heißt wird, empfiehlt es sich, eine hitzebeständige Unterlage unter den Feuertopf zu stellen.

Ghee (ausgelassene, geklärte Butter - Butterschmalz ohne Zusätze)

Ghee ist weihrauchartig, beruhigend, beseitigt Verschmutzungen, wirkt nährend und heilend und man sagt es bringt Glück und Erfolg.

Vollkornreis (Naturreis, ganze ungekochte Körner) und kleine Schale

Bitte besorge dir keimfähigen, lebendigen Reis, ganze Körner.

Der Reis ist ein Symbol für Yin und Yang in Harmonie, die freiwer­denden ätherischen Öle machen Staub keimfrei.

Es dient als Sinnbild dafür, vom eigenen Überfluss abzugeben und andere daran teilhaben zu lassen.

Die exakte Sonnenauf-bzw. Sonnenuntergangszeit

Die bestmögliche Wirkung erzielt das Feuer, wenn es zu den exakten Sonnenauf- und Untergangszeiten durchgeführt wird.

Hier kannst du dir die exakten Agnihotra-Zeiten für deinen Aufenthaltsort/ Wohnort berechnen:

https://agnihotra-online.com/index.php/de/agnihotra-deu/agnihotra-zeitenberechnung

Die genaue Uhrzeit

Damit du die genauen Uhrzeiten hast, verwende am besten eine funkgesteuerte Uhr.

Streichhölzer

Bitte benutze Streichhölzer und kein Feuerzeug!

Wie du Agnihotra durchführst

Der Kuhdung wird mit Ghee bestrichen und in den Kupfertopf gelegt. Einige Minuten vor Sonnenauf-/Untergang werden diese Kuhdungstücke mit einem Streichholz angezündet. Ist die Agnihotra-Zeit gekommen, wird das Morgen- oder Abendmantra gesungen.  Beim Wort „svaha“ werden Reiskörner in die Flammen gegeben. Die Durchführung geschieht ohne Erwartungshaltung in dem Sinn von „NA MAMA“, d.h. „dein Wille geschehe“.

Die Mantren

Die Mantren sind in Sanskrit verfasst und kommen aus den Veden. Diese Sprache ist der Ursprung aller indogermanischen Sprachen. Da die Mantren seit tausenden von Jahren gesungen werden, sind ihre Klang-Schwingungen stark positiv geladen und verstärken die Wirkung der Asche.

Das Morgenmantra lautet:

SURYAYA SWAHA  – Heil dir Sonne (im geistigen Sinne)
SURYAY IDAM NA MAMA nicht mein Wille geschehe
PRADSCHA PATAYE SWAHA – PRADSCHA PATAYE IDAM NA MAMA – Heil dir Schöpfung

Das Abendmantra lautet:

AGNAYE SWAHA   – Heil dir Feuer (im geistigen Sinne)
AGNAYE IDAM NA MAMA – nicht mein Wille geschehe
PRADSCHA PATAYE SWAHA – PRADSCHA PATAYE IDAM NA MAMA – Heil dir Schöpfung

Die Verwertung der Agnihotra-Asche

Die Asche ist stark basisch, mineralstoffreich und hilft gegen schädliche Bakterien und Pilze. Ihre feinstoffliche Energie ist sehr hoch. Die Asche mit Ghee vermischt ist heilend, desinfizierend und stärkend. Wird sie bei Pflanzen in die Erde gegeben, ist sie biologischer Dünger. Das Bild unterhalb ist beim Sommerfest auf dem Homahof Heiligenberg entstanden – über 300 Menschen praktizieren gemeinsam das Agnihotra. Was für ein Erlebnis!

Die Wirkung für Luft, Wasser, Boden, Lebewesen

Agnihotra ist regenerierend, schützend, harmonisierend und transformierend. Es soll die menschliche Psyche stärken und Stress-Energie reduzieren. Es hilft, Umweltbelastungen aufzulösen: vom Elektrosmog über chemische Gifte bis hin zu Uran-Verseuchung. Laut Untersuchungen soll Agnihotra die bakterielle Belastung der Luft verringern. Ebenso soll Agnihotra-Asche die bakterielle Belastung im Wasser deutlich reduzieren. Agnihotra-Asche verbessert geschädigten Boden. Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Algen können dadurch eine reine und lockere Erde erzeugen. So unterstützt die Asche das Pflanzenwachstum und stärkt die Abwehrkräfte der Pflanzen. Diese Auflistung spiegelt nur einen sehr kleinen Teil dessen wieder, was Agnihotra alles bewirken kann. Willst du weiter einsteigen und mehr wissen, dann findest du auf der Seite des Homa Hofes detaillierte Angaben dazu: Zur Seite des Homa Hofes Heiligenberg – die Wirkungen von Agnihotra

Feurige Eindrücke

Ich hatte das Bedürfnis,  das Feuerritual zur Unterstützung der weiblichen Ahnen-Kräfte durchzuführen. Diese wundervollen Bilder sind dabei entstanden. Das erste Bild hat mich an eine Rose erinnert. Im dritten Bild kann man eine Taube, die aus dem Feuer aufsteigt, erkennen: In der Dreifaltigkeit wurde die Frau durch den heiligen Geist ersetzt. Der heilige Geist ist das Symbol der Frau. In der Kunst wird der heilige Geist als Taube dargestellt, in früheren Werken sogar mit Brüsten! 

Fazit: Ich fühle mich verbunden mit Mensch und Natur

Mich hat die regelmäßige Praxis des Feuers der Natur näher gebracht. Die energetische Asche verteile ich im Garten und ich höre förmlich, wie sich die Blumen über diese Gabe freuen. Rituale bringen mich mir selbst näher, ich fühle eine Verbundenheit mit der Natur und der Umwelt. Die großen Zyklen der Erde offenbaren sich für einen Augenblick und ich kann mich und meinen Platz in diesem Universum erkennen. Gemäß meinem Motto “immer.besser.fühlen.“ trägt das Ritual dazu bei, dass ich mich und andere immer besser wahrnehme und mich in ihnen erkenne.

Feurige Herbst-Grüße sendet dir Claudia

PS: Ich freue mich über deine Sichtweise zu Ritualen, deine Erfahrungen, Veränderungen, Erkenntnisse, die du durch Rituale gewonnen hast.