Das öffentliche Leben kehrt in Straßen, Restaurants, Wege und Plätze zurück. Die Gesellschaft und unser Kollektiv war in den letzten Wochen starken Emotionen in alle Richtungen ausgesetzt – ausgelöst durch Angst vor Ansteckung, Abstandsregeln, Maskenpflicht, Impfpflicht, Infragestellung der Maßnahmen und vielem mehr.

Teilweise brachen durch kontroverse Diskussionen Freundschaften und Familien auseinander. Die Nerven lagen blank. Emotionen wie Wut, Aggression sind spürbar.

Ich möchte keine Diskussion über die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen führen, Vielmehr will ich mit diesem Artikel an eine Kraft erinnern, die in den letzten Wochen und Monaten in Vergessenheit geraten ist: Die Freude!   

Deine Wahl zur Reaktion ist deine Freiheit

Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum.
In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion.
In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.

Mit dem Zitat von Viktor Frankl wird deutlich, dass du es es an uns liegt, wie wir auf äußere Umstände reagieren.

Es sind also nicht die Umstände und der äußere Reiz, die mein Leben ausmachen. Es geht darum, mir den Raum zu nehmen, um meine Reaktion zu steuern. Ich kann bewusst entscheiden, wie ich mit den Umständen umgehe. Denn ich bin es, die meine Realität gestaltet. Wie ich gestalte, habe ich selbst in der Hand durch Ausrichtung meiner Gedanken, Gefühle, inneren Bilder und Handlungen. Indem ich bewusst entscheide, worauf ich meine Aufmerksamkeit lege, lenke ich die Gestaltung meiner Realität.

Selbstbestimmung beginnt damit, Bewusstsein darüber zu erlangen, dass du eine Wahl hast, wie du dich fühlst. Du bist weder deiner Außenwelt ausgeliefert, noch deinen eigenen Emotionen! Es gibt Möglichkeiten, dich immer wieder bewusst auf deine Mitte und auf deinen inneren Raum zu konzentrieren, der dich stabilisiert und stärkt.
  

Ich entscheide mich für Freude

Freude ist eine Kraft, die stärkend wirkt und das Bewusstsein weit werden lässt. Wo Freude ist, ist weniger Frust.

Mit Freude meine ich weniger eine kurzfristige, plötzliche Freude über ein bestimmtes Ereignis. Vielmehr meine ich damit eine Daseinsfreude, ein Mitfühlen und eine Herzöffnung für meine Umwelt, sei es Mensch, Tier oder Natur.

Die Studien von David R. Hawkins belegen, dass tief erlebte Freude uns die Fähigkeit von enormer Geduld und Ausdauer verleiht – gerade angesichts langwieriger Widrigkeiten im Leben.

Ein Kennzeichen für den Zustand der Freude ist Mitgefühl, Mitfreude und Ausgeglichenheit. Nicht umsonst ist deshalb in fernöstlichen Religionen Freude eine Lebensweise und Grundlage für Achtsamkeit.

Eng verbunden mit der Freude ist das Eintauchen in die Stille und Meditation und Ich-Zeit erleben. Da in meiner Praxis aufgrund der Verordnungen weniger los war, war mehr Zeit für mich und meine Hobbies. Ohne äußere Ablenkungen ist es einfacher, das eigene Selbst wahrzunehmen. In die Stille zu gehen und zu meditieren. Ich bin der festen Überzeugung, dass meine innere Ruhe den Menschen gut tun wird, die zu mir kommen.

Zudem verbrachte ich viel Zeit im Freien, zum Beispiel beim Laufen. Meine persönliche Challenge, meinen ersten offiziellen Lauf, den „ossiloop anners“ mitzumachen, habe ich durchgezogen und ganz nebenbei mein Immunsystem und meine körperliche Fitness gestärkt. Lese gerne dazu meinem Artikel: Ich bin eine stolze Dörloperin.

40 Tage Freude tanken

Um das Kollektiv mit Freude aufzutanken, ist in Co-Creation die Aktion #40TageFreude entstanden. Wir möchten unsere gemeinsame Aufmerksamkeit bewusst 40 Tage mit kleinen Impulsen auf Freude lenken. Es geht uns dabei nicht darum, etwas anderes „wegwischen“ oder überdecken zu wollen. Vielmehr möchten wir einladen, jeden Tag eine bewusste Entscheidung zu treffen, sich auf Dinge zu fokussieren, die persönlich Freude machen.

Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass es Übereinstimmungen gibt, was Freude in uns auslöst: Gute Beziehungen, Freunde treffen, Sport jeder Art, Natur, Tiere, Vogelgezwitscher, Jungtiere, Wasser, Wald, Wind, Sonne, reisen, Musik, Singen, Stille, Meditation, tanzen, lernen, lehren, essen, nichts tun, kreativ sein, Freude teilen – übrigens alles Dinge, die uns kostenlos zur Verfügung stehen!

Möglichkeiten der Selbstbefragung 

 Was stärkt mich? Was schwächt mich?

Was kann ich tun, um meine geistige und körperliche Gesundheit zu fördern?

Habe ich genügend Wissen, um mir eine umfassende Meinung zu bilden?

Muss ich meine Meinung mit der Welt teilen und mich Angriffen aussetzen?

Reicht es aus, meine Meinung/Einstellung zu aktuellen Themen für mich klar zu haben?

Welche Menschen stärken mich und tun mir gut?

Was tue ich gerne? Was bereitet mir Freude?

Wohin geht mein Fokus? Wohin will ich meine Aufmerksamkeit richten?

Was macht mir Freude?

Wobei empfinde ich eine tiefe Zufriedenheit?

Wann vergesse ich die Zeit?

Wenn du Lust bekommen hast, deinen Fokus wieder neu zu justieren, komme gerne in unsere Facebook-Gruppe feel  ~ fühl dich ganz und lasse dich von den täglichen Impulsen inspirieren.

Wir freuen uns auf den gemeinsamen Austausch. Je größer das Feld der Freude, desto mehr Ausstrahlung wird sie auf das Kollektiv haben!

Mein Freude -Video für dich

Auszüge aus der Ode an die Freude (Friedrich Schiller)

Gerne blicke ich auf die großen Dichter und Denker unserer Vergangenheit, von ihnen können wir viel lernen. Einer der Größen ist für mich der freiheitsliebende Friedrich Schiller. In seiner Ode an die Freude drückt er aus, was uns heute so oft fehlt: 

Freude über den göttlichen Funken in uns:

Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elisium,
Wir betreten feuertrunken Himmlische, dein Heiligthum.
Deine Zauber binden wieder, was der Mode Schwerd getheilt;
Bettler werden Fürstenbrüder, wo dein sanfter Flügel weilt.

 

Freude über Freundschaft und Liebe:

Wem der große Wurf gelungen, eines Freundes Freund zu seyn;
wer ein holdes Weib errungen, mische seinen Jubel ein!
Ja – wer auch nur eine Seele sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer’s nie gekonnt, der stehle weinend sich aus diesem Bund!

Freude über die Natur:

Freude trinken alle Wesen an den Brüsten der Natur,
Alle Guten, alle Bösen folgen ihrer Rosenspur.
Freude heißt die starke Feder in der ewigen Natur.
Freude, Freude treibt die Räder in der großen Weltenuhr.
Blumen lockt sie aus den Keimen, Sonnen aus dem Firmament,
Sphären rollt sie in den Räumen,die des Sehers Rohr nicht kennt!

Freude vereint uns Menschen:

Göttern kann man nicht vergelten, schön ists ihnen gleich zu seyn.
Gram und Armut soll sich melden mit den Frohen sich erfreun.
Groll und Rache sei vergessen, unserm Todfeind sei verziehn.
Keine Thräne soll ihn pressen, keine Reue nage ihn.